Kurzporträt Gustav Heinemann

 

Gustav W. Heinemann, 1899 – 1976, Dr. rer. pol. et jur., Rechtsanwalt, Justitiar der Rheinischen Stahlwerke, in der N.S.-Zeit Mitglied der Bekennenden Kirche, nach 1945 Mitbegründer der CDU, Oberbürgermeister von Essen, 1949 von Adenauer zum ersten Bundesinnenminister berufen, 1950 Rücktritt aus Protest gegen dessen Aufrüstungspolitik.

Danach Mitbegründer der Gesamtdeutschen Volkspartei. Nach deren politischem Misserfolg bei den Wahlen 1953, 1957 Eintritt in die SPD, Mitwirkung am Godesberger Programm. 1966 – 1969 Bundesjustizminister, 1969 – 1974 Bundespräsident.
Portrait Gustav und Hilda Heinemann

Gustav W. Heinemann war von 1969 bis 1974 der erste Bundespräsident, der als Mitglied der SPD in dieses Amt gewählt wurde. Als Justizminister der Großen Koalition hatte er von 1966 bis 1969 weitreichende Rechtsreformen eingeleitet, als "Bürgerpräsident" bemühte er sich unablässig darum, demokratisches Denken und Handeln zu fördern.

Seit seinen Studienjahren bewusster Demokrat, als 30-jähriger zum Christen geworden, trat er in Staat und Kirche für eine Abkehr von überliefertem obrigkeitsstaatlichem Denken ein. Demokratischen Zielen verpflichtet, bekämpfte er gegenläufige Tendenzen. Als viele Deutsche im Kalten Krieg nur noch auf militärische Sicherheit bedacht waren, strebte er einen friedlichen Ausgleich an.

Während viele ihre Freiheit nur dazu benutzten, ihren Besitz zu sichern, hielt er am Gedanken einer Sozialverpflichtung des Eigentums fest.

Als Bundespräsident suchte er demokratische Bewegungen in der deutschen Geschichte aufzuspüren und nahm sich der Minderheiten an, die die Gesellschaft an den Rand drängte. 1974 eröffnete er die auf seine Initiative hin in Rastatt gegründete "Erinnerungsstätte an die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte".

 

Literaturhinweis: 
Nach-Denken. Gustav Heinemann und seine Politik, Berlin 1999
Verlag Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

 

Die CD "Stimmen unserer Zeit" mit Heinemanns Rede "Deutschlandpolitik im Zwielicht" kann durch Überweisung von 5,- € zzgl. 2,50 € Versandkosten auf das Konto der GHI bei der Berliner Volksbank (Konto 7280961005, BLZ 10090000) und Mitteilung der Versandadresse an Email info@gustav-heinemann-initiative.de bestellt werden.