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Veranstaltungen - 2.05.05

One World Praha <-> Berlin

2.5.2005, 19.00 Uhr

Tschechisches Zentrum, Friedrichstr. 206, 10961 Berlin

Vom 27.4. bis 6.5. 2005 findet zum 7. Mal das One World International Human Rights Documentary Film Festival in Prag statt. Im November 2004 fand erstmalig in Berlin das Partnerfestival statt, das künftig jeden November veranstaltet wird. Nicht erst in der kalten Jahreszeit, sondern zeitgleich zum Festival an der Moldau, präsentieren One World Prag und Berlin über Internetstreaming ausgewählte Beiträge des laufenden Programms.

Die Filmvorführungen mit anschliessender Diskussion finden in zielgruppenorientierten und technisch innovativen Veranstaltungsorten in vier deutschen Städten statt:

Berlin (Tschechisches Zentrum) www.czechcentres.cz/berlin/

Dresden (Kulturzentrum riesa efau, in Kooperation mit tierra nuestra und arche nova) www.riesa-efau.de, www.tierranuestra.de

Hamburg (Kino Metropolis) www.metropolis-hamburg.de, www.kinemathek-hamburg.de

Hannover (Medienhaus Hannover) www.net-view.tv, www.medienhau-hannover.de

 

Termine Berlin

2.5.2005, 19.00 Tschechisches Zentrum, Friedrichstr. 206, 10961 Berlin

Eshq R. Jana Poctová, CZ 2005, 56 min

Wie gestaltet sich Liebe in der muslimischen Welt? Wie wünschen sich afghanische Frauen ihren Traumpartner? Und wie kommen sie damit zurecht, dass traditionsgemäß die Wahl des zukünftigen Ehepartners von der Familie bestimmt wird? Jana Poctová, Studentin an der FAMU (Film- und Fernsehschule der Prager Akademie der Darstellenden Künste) hat sich aus eigener Initiative nach Afghanistan begeben. In sehr persönlichen Interviews mit afghanischen Frauen vor Ort versucht Poctová, sich dieser Mentalität zu nähern. "Sich verlieben ist etwas für Teenager. Bei Erwachsenen ist diese Emotion Fehl am Platze und ein Zeichen von Schwäche," so sagt eine Fabrikmanagerin und Mutter von acht Kindern. Die noch ledige Laila ist davon überzeugt, dass auch wenn der Mann grausam sein sollte, ist es trotzdem besser für die Frau, u.U. getötet zu werden als um Scheidung zu bitten. Dieses würde auf ihre Familie entehren, sie selbst wäre der Verleumdung und Ausstossung ausgesetzt. Poctová bietet Einblick in eine Welt, in der die westliche Vorstellung der Ehe schwer nachzuvollziehen ist und die Definition von Liebe gänzlich anders ist. Aufgrund aktueller Ereignisse in Berlin bekommt dieser Film eine zusätzliche Brisanz.


3.5.2005, 19.00 Tschechisches Zentrum, Friedrichstr. 206, 10961 Berlin

Kamenolom boží (God´s Stones Quarry) R: Bá¸etislav Rychlá­k, CZ 2005, 88 min

Im Laufe eines Jahres, von Ostern 2003 bis Ostern 2004, hat der tschechische Dokumentarist und Aktivist Bá¸etislav Rychlik Entwicklungen in der Region Nordböhmen mit der Kamera begleitet. Dieses Gebiet wurde nachhaltig von den historischen Ereignissen des letzten Jahrhunderts geprägt: Zweiter Weltkrieg, Aussiedlung der deutschen Bewohner in der Nachkriegszeit, Jahrzehnte der kommunistischen Herrschaft und die verheerenden Auswirkungen des Kohlebergbaus auf das ökologische Gleichgewicht. Das Filmteam hat in dieser verwüsteten Landschaft nach außergewöhnlichen Menschen gesucht, die dem Totalverfall um sie herum ihre einzigartige Energie und Persönlichkeiten entgegengesetzt haben. Die Protagonisten des Films – ein Bergbauingenieur, ein Winzer, eine Roma Familie, eine satanistische Rockgruppe, ein Bauer und tiefreligiöser Umweltschützer – sind überzeugende Beispiele dafür, dass Verfall nur dann unaufhaltsam ist, wenn man sich ihr wehrlos hingibt.

Nach beiden Filmveranstaltungen finden Diskussionen mit Gästen statt.

Die Anwendung des Internets als Mittel der Präsentation, Distribution und enger Verbindung von Filmen und Publikum hilft den Gedanken von „einer Welt“ zu unterstreichen. Eine Welt, die mit Hilfe moderner Technologien Menschenrechte und freie Verbreitung von Gedanken und Informationen unterstützt. Im Rahmen des Festivals soll aufgezeigt werden, dass auch eine zweite, legale, öffentliche, gemeinnützige, innovative und im Grundsatz demokratische Seite der Verbindung von Internet und Film existiert. Vor allem das Spektrum der Filme, die sich von verschiedenen Blickwinkeln mit Menschenrechten auseinandersetzen, und die schnelle Verfügbarkeit wird durch die Verbreitung über das Internet gefördert.

Der Programmaustausch Prag-Berlin durch Internetstreaming setzt Zeichen: Technologie leistet einen Beitrag zur unmittelbaren und umfassenden Menschenrechtsinformation. Außerdem vertieft dieses Pilotprojekt, das künftig ein größeres Programmangebot und mehr Städte umfassen wird, die tschechisch-deutsche Kooperation im Bereich der Menschenrechtsarbeit und des kulturellen Austausches.

Das Projekt wurde gefördert mit Mitteln des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und Gustav Heinemann-Initiative.