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vorgänge: Ausgaben, Bildung - 31.12.09

vorgänge Nr. 188 (Heft 4/2009): Die ungebildete Republik

Von: Dieter Rulff

Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik, 48. Jahrgang, Heft 4 (Dezember 2009)

Coverbild der vorgänge Nr. 188

Gut ein Jahr nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bildungsrepublik ausgerufen hat, zeugen massenhafte Proteste an den Universitäten vom vorläufigen Scheitern eines Umstrukturierungsprozesses, der vor über zehn Jahren in der italienischen Stadt Bologna seinen Ausgang genommen hat.
Begriffe wie "Qualitätsmanagement", "Benchmarking", "Evaluation" und "Ranking" markieren die Durchdringung der wissenschaftlichen Einrichtung Universität mit betriebswirtschaftlichem Denken.

Standardisierte Studienabläufe und Abschlüsse sind die faktische Antwort auf die normative Frage, welche Bildung die Gesellschaft zu welchem Behufe braucht. Die Universitäten wie auch die Schulen sind einem permanenten Reformprozess unterworfen, doch werden in den neuen Strukturen häufig genug die alten Mängel aufgehoben. Denn der wortreichen Ankündigung der Politik hinkt die materielle und personelle Ausstattung meist hinterher. An den Schulen ist die Misere durch TIMSS und PISA hinreichend dokumentiert, der Beitrag vorschulischer Bildung zur Integration der Kinder mit Migrationshintergrund wird von niemandem mehr ernsthaft in Abrede gestellt. Doch folgen diesen Erkenntnissen nur zögerlich Taten.

Eine fatale Entwicklung, denn die Hoffnung auf den Rohstoff Bildung wächst mit den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schwächen, auf die er antworten soll. Dabei gibt es durchaus ein Wissen darum, was sich ändern muss und Ansätze, es besser zu machen und Beispiele - nicht nur in anderen Ländern -, von denen es sich lohnt zu lernen. Dieses Wissen, diese Ansätze und diese Beispiele können Sie in dem Heft "Die ungebildete Republik" nachlesen 

 

Inhaltsverzeichnis:

Dieter Rulff: Editorial (1)

Michael Th. Greven: Bildung und Demokratie -  zwischen Utopie und Praxis (4)

Katrin Toens: Universität, Staat und Demokratie im Bologna-Prozess. Ein komplexes Wirkungsverhältnis unter Stress (19)

Richard Münch: Die Audit-Universität. Forschung und Lehre im Griff des neuen Qualitätsmanagements (33)

Albert Scherr, Uwe H. Bittingmayer: Warum Chancengleichheit nicht genügt. Für ein Konzept der Befähigungsgerechtigkeit (43)

Wolfgang Meyer-Hesemann: Zwischen Stillstand und Wettbewerb. Der Bildungsförderalismus in Deutschland (53)

Tino Bargel: Zwischen Leistungsdruck, Anpassung und Protest. Was Studierende bewegt (63)

Ingo Richter: Gibt es ein Recht auf Bildungsreform? (73)

Sibylle Volkholz: Bildungsgipfel - Bildungstäler. Reformbedarf an deutschen Schulen (85)

Joachim Lohmann: Ende des deutschen Sonderweges. Strukturreformen der Sekundarstufen I und II sind unabdingbar (94)

Irina Schröder-Ilina, Uwe Hunger: Die Plätze in der letzten Reihe. Zur schulischen Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (104)

Christian Füller: Lerninseln in einem Meer der Bildungsarmut. Gute Schulen bestimmen ihr Konzept, ihr Personal und ihr Budget selbst (116)


Essay

Jutta Roitsch: Regierungs-Bildung. Zum Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP (123)


Rezensionen

Dieter Wunder: Grundrechte weiter denken. Ingo Richter will soziale und Teilhaberechte ins Grundgesetz aufnehmen (128)

Autorinnen und Autoren (130)

 

Bezugsmöglichkeiten:

Das Heft können Sie beim Berliner Wissenschaftsverlag oder über den Buchhandel beziehen.