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vorgänge: Ausgaben - 7.12.09

vorgänge Nr. 187 (Heft 3/2009): 20 Jahre Einheit in Uneinigkeit

Von: Dieter Rulff

Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik, 48. Jahrgang, Heft 3 (September 2009)

Coverbild der vorgänge Nr. 187

Ostdeutschland ist kein politisches Gebilde, gleichwohl markiert die ehemalige innerdeutsche Grenze nach wie vor eine Scheidelinie wirtschaftlicher Entwicklung und gesellschaftlicher Wahrnehmung, kultureller Identität und politischer Artikulation. Über eine Billionen Euro wurden in den Osten transferiert, doch dessen industrielle Entwicklung hinkt hinter der im Westen hinterher, die Einkommensschere hat sich nicht geschlossen, die Arbeitslosigkeit verharrt auf hohem Niveau. Das prägt das gesellschaftliche Selbstbild und führt zu Abwanderung, Überalterung und Entvölkerung von Regionen.

Die Politik des Gegensteuerns hat sich erschöpft, eine neue Politik intelligenter Anpassung und gezielter Entwicklung ist gefragt. Wo soll sie ansetzen, woran kann sie anknüpfen und welche Opfer wird sie von wem verlangen? Wie realistisch ist noch das in der Verfassung festgeschriebene Ziel der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse? War es womöglich in Ost und West an materielle Voraussetzungen gebunden, die historisch nicht mehr gegeben sind, müssen wir folglich hüben wie drüben lernen, mit einem höheren Maß an Differenz zu leben? Welche politischen Verwerfungen sind damit verbunden? Kann diese Differenz gar eine Quelle einer eigenen gesellschaftlichen und kulturellen Produktivität sein?

 

Inhaltsverzeichnis:

Dieter Rulff: Editorial (1)

Michael Thomas: Der Osten bleibt der Osten, bleibt der Osten (4)

Ilse Helbrecht: Deutschland, einig Vaterland? Wer die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse erhalten will, muss sie neu definieren (13)

Ulrich Busch: Weder einholend, noch überholend. Ostdeutschlands Wirtschaft zwanzig Jahre nach demMauerfall (23)

Michael Hofmann: Schwache Mitte, beharrliches Establishment. Der Wandel der Sozialstruktur in Ostdeutschland in den letzten fünfzig Jahren (37)

Gunnar Winkler: Zwanzig Jahre friedliche Revolution. Wende und Wandel in der Wahrnehmung der Ostdeutschen (45)

Peter Alheit: Ostdeutsche „Identitätsprofile“? Spuren sozial-historischer Abgrenzungsmechanismen in ostdeutschen Biografien (57)

Christine Steiner: Jung, ostdeutsch, verloren? (66)

Michael Meyen, Olaf Jandura: Die doppelte Öffentlichkeit. Ursachen der Ost-West-Unterschiede bei der Mediennutzung (76)

Thomas Ahbe: Ostdeutsche und westdeutsche Identität. Über Gründe und Sinn einer Differenz (85)

Armin Pfahl-Traughber: Die Besonderheiten des Rechtsextremismus in Ostdeutschland. Eine Analyse gesellschaftlicher und lagerinterner Bedingungsfaktoren (94)

Monika Wohlrab-Sahr, Uta Karstein, Thomas Schmidt-Lux: Forcierte Säkularität. Die Dauerhaftigkeit des erzwungenen Eigenen im Osten Deutschlands (109)

Oliver D`Antonio: Schlingerkurs in die Berliner Republik. Wie die Parteiendemokratie ihre Stabilität verlor (118)


Essay

Christoph Egle: Weder Reform-, noch Blockadekoalition. Die Bilanz der Großen Koalition (129)

Thomas Leif: Das Primat der Politik muss wiederhergestellt werden. Lehren aus einer riskanten Richtungswahl (144)


Rezensionen

Stephan A. Glienke: Der Auschwitz-Ankläger. Fritz Bauers Biographie zeigt einen Generalstaatsanwalt, der bedeutsamer war, als er selbst wahrhaben wollte (147)

Autorinnen und Autoren (150)

 

Bezugsmöglichkeiten:

Das Heft können Sie beim Berliner Wissenschaftsverlag oder über den Buchhandel beziehen.