vorgänge: Ausgaben - 30.04.08

vorgänge Nr. 181 (Heft 1/2008): Achtundsechzig

Von: Dieter Rulff

Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik

47. Jahrgang, Heft 1 (März 2008)

Coverbild der vorgänge Nr. 181

Auch im vierzigsten Jahr ihrer Geschichte bleiben sich die Akteure der Studentenproteste treu. Mit dem untrüglichen Instinkt für die provokante Geste hat der seinerzeitige SDSler und heutige Historiker Götz Aly zum Auftakt des Jubiläumsjahres sein Buch "Unser Kampf" auf den Markt geworfen, dessen titelgebende Konnotation prompt die schon leicht rostende Deutungs- und Aufarbeitungsmaschinerie der professionellen Nachlassverwalter wieder in Gang setzte.

Stand der dreißigste Jahrestag noch ganz unter dem Eindruck einer sich mit dem Antritt der rot-grünen Regierung erfüllenden Geschichte des langen Marsches durch die Institutionen und wurde dem entsprechend seinerzeit vornehmlich über die politische Wirkmächtigkeit der 68er räsoniert, so dokumentiert das Werk des Historikers Aly zumindest, dass sie nun endgültig Geschichte geworden sind.

Als solcher widmet sich auch diese Ausgabe der vorgänge der Ziffer 68. Statt alles über einen Deutungsleisten zu brechen, werden in diesem Heft einzelne Stücke zusammengetragen, die zwar kein komplettes Bild, wohl aber einen Eindruck davon vermitteln, was mit 68 nach wie vor verbunden ist. Zu den Autoren zählen u.a. Jens Hacke, Michael Ruck, Christian Schneider, Michael Brumlik, Gunther Schmidt, Lutz von Werder und Florian Havemann.

Inhaltsverzeichnis

Dieter Rulff: Editorial (1)

Jens Hacke: Katalysator der Verständigung über die Bundesrepublik.
Anmerkungen zum politischen Denken nach 68 (4)

Michael Ruck: Planung als Utopie. Gesellschaftsutopien der 68er und gesellschaftliche Planungseuphorie in den sechziger Jahren (13)

Christian Schneider: Der Feind in mir. Die Wiederkehr von Auschwitz - der Mythos der RAF (23)

Micha Brumlik: Wie antisemitisch waren die 68er? (30)

Gunter Schmidt: Sexualität. Rede an die Nachgeborenen (37)

Lutz von Werder: Die antiautoritäre Erziehung. Eine Bilanz nach vierzig Jahren von einem Mitbegründer der Berliner Kinderläden (47)

Friedemann Hahn: Die Grenzen des Wachstums und die Systemfrage. Die studentische Linke war nicht grün (54)

Felix Brühl: "An die sich permanent und zu Tode emanzipierenden Frauen im SDS". Über die Keimzelle der Frauenbewegung (63)

Hanning Voigts: Vom revolutionären Willen, "ohne den Kritische Theorie nicht mehr ist". Zum politischen Denken des Adorno-Schülers und SDS-Mitglieds Hans-Jürgen Krahl (70)

Florian Havemann: Immer noch 68 (79)

Ulrich Finckh: 68 - ein permanenter Lernprozess. Ein persönliches Resümee (87)

 

Essay

Florian Hartleb: "Fleisch vom Fleisch der Sozialdemokratie". Die Partei "Die Linke" ist über ihr Verhältnis zur SPD zerstritten, allerdings schwächt sie das nicht (91)

Michael Dellwing: Sozialwissenschaftler als Exegeten. Über den untauglichen Versuch, das wahre Wesen des Islam aus seinen Schriften zu filtern (99)

 

Kritik

Sandra Pingel-Schliemann: Terroristin oder antifaschistische Kämpferin? Zwei Biografien über Ulrike Meinhof (109)

Kristin Wesemann: Historiker mit Säbel und Florett. Götz Aly und Norbert Frei rauben den 68ern ihre Einmaligkeit, allerdings auf sehr unterschiedliche Weise (112)

 

Autorinnen und Autoren (115)

 

Das Heft kann beim Berliner Wissenschafts-Verlag (Frau Kahlhöfer) zum Preis von 14 € (zzgl. Versandkosten) bestellt werden:

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