Presse - 3.05.05

Zum Tod von Dr. Manfred Krämer

Die Gustav Heinemann-Initiative trauert um ihr langjähriges Mitglied Dr. Manfred Krämer. Völlig unerwartet ist er am Samstag, dem 23. April 2005, im Alter von 61 Jahren verstorben.

Manfred Krämer war nach dem Studium der katholischen und evangelischen Theologie sowie der Geschichte und Politik, das er mit einer Promotion bei Alexander Schwan und Helmut Gollwitzer abgeschlossen hat, als Lehrer tätig – zuletzt als Studiendirektor und Fachbereichsleiter Politik am Pestalozzi - Froebel – Haus (einer Modelleinrichtung des Landes Berlin im Bereich der Ausbildung von Erzieher/innen). Zugleich war er Lehrbeauftragter für Themenzentrierte Interaktion (TZI) im Ruth Cohn-Institut/ Schweiz und USA.

Im Vorstand der Gustav Heinemann-Initiative, die Teil der Bürgerrechts- und
Friedensbewegung ist, hat sich Manfred Krämer insbesondere mit Fragen der
Ausländer-Integration und der friedlichen Beilegung von Konflikten befasst. Als ausgezeichneter Karate-Kämpfer war es ihm wichtig zu vermitteln, welchen Beitrag zum friedlichen Umgang mit Aggressionen eine Kampfsportart leisten kann. Manfred Krämer war maßgeblicher Initiator, als es im deutschen Vereinigungsprozess um die Aufnahme von Kontakten mit den Bürgerrechtsgruppen der früheren DDR ging. Seine aus der intensiven Beschäftigung mit schöpferischen Lernformen im Rahmen der TZI gewonnenen Erfahrungen hat Manfred Krämer immer wieder motivierend und bereichernd in die Arbeit der GHI eingebracht. Veranstaltungen, die von Manfred moderiert wurden, waren bei ihm in besten Händen. Wir erinnern uns beispielhaft an das von ihm moderierte Streitgespräch zwischen Eberhard Seidel und Burhan Kesici auf der Beiratstagung der GHI im letzten Herbst in Fulda. Seine gewinnende Art im Umgang mit Menschen ging einher mit klaren Positionen in politischen und ethischen Fragen.
Die Gustav Heinemann-Initiative verliert mit Manfred Krämer einen Freund, der bürgerrechtliches und friedenspolitisches Engagement in bester Weise gelebt hat. Wir werden Manfred ein ehrendes Andenken bewahren.
Vorstand und Mitgliedschaft der Gustav Heinemann-Initiative
Berlin 2. Mai 2005