Presse - 23.01.06

Gustav Heinemann-Initiative trauert um Carola Stern

Zum Tod der Journalistin und Schriftstellerin Carola Stern, die am 19. Januar 2006 in Berlin verstarb.

Zum Tod der Journalistin und Schriftstellerin Carola Stern, die am 19. Januar 2006 in Berlin verstarb, erklärt der Sprecher der GHI, Werner Koep-Kerstin: „Mit Carola Stern verliert die Bürger- und Menschenrechtsbewegung ebenso wie die Friedensbewegung in Deutschland eine sensible und mutige Streiterin. Carola Stern war neben ihrem Engagement für amnesty international auch Mitbegründerin der Gustav Heinemann-Initiative im Jahr 1978, die sie mit Gleichgesinnten wie Helmut Gollwitzer, Walter Jens, Erhard Eppler und anderen um die Freiheitsrechte im „Deutschen Herbst“ besorgten Intellektuellen aus der Taufe hob.“ Sie gehörte zur Jury des Gustav Heinemann-Bürgerpreises.

Ihr Buch „Doppelleben“ aus dem Jahr 2000 ist ein eindrucksvolles Dokument ungewöhnlicher Selbstprüfung angesichts ideologischer Irrwege im NS-Staat und später in der DDR. Es sei schließlich Bundespräsident Gustav Heinemann gewesen, der sie gelehrt habe, „dass Moral und Pragmatismus keine Gegensätze sind, sondern zusammengehören.“ Carola Stern und Gustav Heinemann verband eine enge Freundschaft. Gewaltfreiheit begründete ihr Engagement für die Ostpolitik Willy Brandts und für die Ziele der Friedensbewegung, deren Eigenständigkeit und Bedeutung vor dem Hintergrund deutscher (Kriegs-)Geschichte sie gegen angeblich durch Kommunisten erfolgte Vereinnahmung stets vehement verteidigte. Für die Frauenbewegung galt Carola Sterns erfolgreich erkämpfte Position im Rundfunk-Journalismus – sie war die erste weibliche Kommentatorin im deutschen Fernsehen – als Bestätigung und Ermutigung. Die Gustav Heinemann-Initiative wird Carola Stern in würdiger Erinnerung behalten.